Das Programm ist da!

Das endgültige Programm für das diesjährige Bash-Camp steht.

Wir freuen uns auf politische Theorie, Workshops und Freizeitveranstaltungen und natürlich auf die Ideen, dir ihr mitbringt.

Wer sich noch nicht angemeldet hat, findet unter https://antifabash.noblogs.org/contact/ Mailadresse und unseren public PGP-Key zur Anmeldung.

Wer sich schon angemeldet hat und überlegt, was eingepackt und was doch lieber zu Hause gelassen werden sollte, findet unter https://antifabash.noblogs.org/camp/checkliste-fur-das-sommercamp/ eine Pack- und Checkliste.

Einen längeren Ankündigungstext zum Camp gibt’s hier.

 

Bash Programm

Sommercamp 2016

Update: Den Ankündigungstext und weitere Informationen zum Camp

In diesem Jahr findet das siebte B.A.S.H. Sommercamp in Nordhessen statt. Dieses Jahr ist es zwischen dem 18. und 22. August. In kürze werdet ihr auf der Website Informationen zu den geplanten Workshops finden.

Anmelden könnt ihr euch mit einer Mail an b-a-s-h(ät)riseup.net (gerne auch verschlüsselt, unseren pgp-key findet ihr auf der Webseite).

Wir freuen uns auf Euch!

Sommercamp2016b

BASH den NPD Bundesparteitag!

BlockNPD

 

 

 

Zugtreffpunkte für die Anreise aus Hessen:

Frankfurt: 21.11. 06:45, Infopoint Hauptbahnhof

++++

Wir unterstützen den Aufruf des Block NPD Bündnisses, den wir im Folgenden dokumentieren:

Block NPD!
Den NPD-Bundesparteitag in Weinheim verhindern!
Rassismus und völkischem Nationalismus entgegentreten!

Am 21. und 22. November 2015 will die neofaschistische „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) erneut ihren Bundesparteitag im nordbadischen Weinheim durchführen. Bereits in den Jahren 2013 und 2014 hatte die Nazi-Partei ihre Bundesparteitage in Weinheim abgehalten. 2014 hatte die Stadt Weinheim zunächst die Vermietung ihrer Stadthalle an die NPD verweigert. Dagegen hatte die Partei geklagt und war zunächst vor dem Verwaltungsgericht und dem Verwaltungsgerichtshof gescheitert. Der Staatsgerichtshof Baden-Württemberg verpflichtete dann mit einer endgültigen Entscheidung die Stadtverwaltung dazu, der NPD die Halle zur Verfügung zu stellen.
Im April 2013 war die Partei ebenfalls in Weinheim zusammengekommen. Damals hatten die Rechten ihren Bundesparteitag in einem Gasthaus im Stadtteil Sulzbach abgehalten. Am selben Ort hatte sich am 17. März 2013 schon der baden-württembergische NPD-Landesverband zu seinem Parteitag getroffen. Zum Landesvositzenden wurde damals der langjährige Nazi-Aktivist, ehemalige Posträuber und Kroatien-Söldner Alexander Neidlein gewählt.
Die NPD hatte 2014 bereits angekündigt, zukünftig ihre Bundesparteitage in Weinheim durchzuführen. Zumindest eine Anfrage für das Jahr 2016 liegt offenbar bereits vor. Der Kreisvorsitzende der Nazi-Partei, Jan Jaeschke, schwärmte im Internet bereits von Weinheim als der „Stadt der Parteitage“.

Die etablierten Parteien distanzieren sich zwar von der NPD und rufen gegen Nazi-Kundgebungen und -Demos zu halbherzigen, symbolischen Aktionen auf, selten folgt daraus aber eine fundamentale Kritik an den Inhalten der Nazi-Partei. Das große Potenzial an rechten Einstellungen und rassistischen Ressentiments in der Bevölkerung ist nicht nur für die NPD Anknüpfungspunkt, sondern auch für alle anderen rechten Parteien und Gruppierungen. Hier sind vor allem die CSU und die „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu nennen. Wir leben in einer Zeit, in der komplexe Probleme gerne auf vermeintlich einfache Ursachen zurückgeführt und einfache Lösungen angeboten werden, in der soziale Unsicherheit und Perspektivlosigkeit Alltag geworden sind. In diesem Klima nehmen vor allem Wohlstandschauvinismus und Sozialdarwinismus zu. Weit verbreitete rechte Einstellungen in der Bevölkerung stellen eine große Gefahr dar, weil das politische System seinen Blickwinkel offensichtlich nicht langfristig ausrichten kann. Im Vordergrund muss daher immer die Auseinandersetzung mit rechter Ideologie stehen. Das heißt Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Chauvinismus, Antiziganismus, Homophobie, Sexismus und deren Wurzeln müssen konsequent benannt und bekämpft werden, nicht nur, wenn offensichtliche Nazis in Erscheinung treten, sondern immer und überall.

Die Straße ist noch nicht verloren, solange es Menschen gibt, die protestieren, die sich einmischen, sich den Nazis entgegenstellen und die nicht zulassen, dass die NPD Fuß fassen und sich als „normale“ Partei gerieren und etablieren kann.
Zeigen wir der NPD, den Stadtoberen, Lokalpolitiker*innen und den Jurist*innen, dass nicht alles, was gerichtlich erlaubt wird, auch politisch legitim ist!
Zeigen wir, dass sich antifaschistische Aktivitäten nicht auf ein symbolisches „Wir sind dagegen“ beschränken lassen.
Zeigen wir auch, dass sich antifaschistischer Protest — egal in welcher Ausprägung — nicht spalten lässt!
Entscheidend für antifaschistisches Handeln darf nicht die Frage sein, was durch Justiz und Polizei erlaubt ist. Vielmehr muss der altbekannte Satz „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ zugrunde liegen. Dementsprechend werden wir auch dem NPD-Bundesparteitag in Weinheim entgegentreten.

Die Nazis sowie selbsternannte „Wächter der Demokratie“, allen voran einige regionale Medienhetzer, sehen in den Aufrufen, den NPD-Bundesparteitag zu blockieren und zu verhindern, ein undemokratisches Anliegen. Die NPD sei schließlich eine legitimierte Partei wie viele andere auch. Dem ist nicht so: Die „Meinung“ einer Partei, deren Ideologie die Menschenrechte nicht nur missachtet, sondern sie offen hinterfragt und mit Füßen tritt, kann nicht durch eben jene Menschenrechte gedeckt werden. Toleranz heißt nämlich nicht, die eigene Verfolgung und Abschaffung tolerieren zu müssen. Nein! Sie bedeutet, dass mensch sich gegen alle, welche die grundlegenden Menschenrechte abschaffen wollen, aktiv zur Wehr setzen muss. Die NPD steht in direkter Tradition der NSDAP, und das heißt, dass sie konsequent, auf allen Ebenen und mit allen Mitteln bekämpft werden muss.

Wir als Antifaschist*innen sehen es als unsere Pflicht an, dem rassistischen, völkisch-nationalistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Treiben der Nazi-Partei unseren entschlossenen Widerstand entgegenzusetzen. Sei es durch Blockaden, Demonstrationen, Kundgebungen oder direkte Aktionen.

In den vergangenen Jahren konnte die NPD ihre Bundesparteitage nahezu ungestört durchführen. Verschiedene regionale Antifa-Gruppen und Strukturen wie auch bundesweite Antifa-Zusammenhänge hatten der Veranstaltung zu wenig Bedeutung beigemessen oder hatten schlichtweg versagt. Der NPD-Bundesparteitag hat jedoch mehr Relevanz als jeder regionale Nazi-Aufmarsch. Die NPD beschließt dort ihre politischen Strategien, steckt ihre Ziele ab und versucht, neue Bündnispartner zu gewinnen. Mit der Wahl eines neuen Vorstands werden außerdem Richtungsentscheidungen für das zukünftige öffentliche und verdeckte Agieren der Nazi-Partei getroffen.

Und genau deshalb müssen wir als Antifaschist*innen dazu aufrufen, den NPD-Parteitag in Weinheim zu verhindern. Auch und gerade dann, wenn wir wissen, dass staatliche Stellen und etablierte Politiker*innen alles daran setzen werden, der Nazi-Partei durch Repression, Spaltung und „friedlichen Protest“ einen „ordnungsgemäßen Ablauf“ zu garantieren.
Um den Protesten den nötigen Nachdruck zu verleihen, rufen wir zu vielfältigen, kreativen und entschlossenen Aktionen auf.
Bereits am Morgen des 21. November soll es den NPD-Delegierten mit Blockaden unmöglich gemacht werden, den Veranstaltungsort zu erreichen.
Am Nachmittag findet dann die große antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Gegen den NPD-Parteitag vorgehen! Rassismus und völkischem Nationalismus entgegentreten!“ statt. Die Demo findet bewusst um 13 Uhr statt, um Kundgebungen und Blockaden am Morgen zu ermöglichen.
Zudem wollen wir mit der Demonstration eigene Inhalte jenseits des bürgerlichen und lokalpolitischen Mainstreams in die Öffentlichkeit tragen.

BLOCKADEN
Samstag, 21. November 2015
ab 8.00 Uhr
Rund um die Stadthalle

DEMONSTRATION
Gegen den NPD-Parteitag vorgehen! Rassismus und völkischem Nationalismus entgegentreten!
Samstag, 21. November
13.00 Uhr
Weinheim Bahnhof

Für einen aktiven Antifaschismus!
Für eine Welt ohne Rassismus und Menschenverachtung!
Hoch die internationale Solidarität!
Nazi-Strukturen aufdecken und angreifen!
NPD, JN, „Dritten Weg“ und freie Nationalisten zerschlagen!

Sommercamp 2015

Aufkleber 2015

 

Auch 2015 wird es wieder ein Sommercamp des BASH geben. Dieses Jahr findet es vom 27. bis 30. August in Nordhessen statt. Informationen zur Anmeldung und den Workshops werden in naher Zukunft hier auf dem Blog veröffentlicht.

Alternative für Deutschland? Nie wieder Deutschland!

Diesen Text als PDF heruterladen

– Den reaktionären Konsens brechen –

In Europa beobachten wir ein Wiedererstarken reaktionärer und rechter Positionen. Insbesondere im Kontext der gegenwärtigen Krise treten diese verstärkt zu Tage und gewinnen an Zulauf. So kommt es immer häufiger zu homophoben Protesten wie beispielsweise in Frankreich, Deutschland und Ungarn. In Spanien wird im Zuge einer antifeministischen Welle das Abtreibungsgesetz massiv verschärft; in Griechenland und der BRD werden vermeintliche Migrant*innen und Geflüchtete im Rahmen einer sich ausbreitenden rassistischen Pogromstimmung attackiert. Zusätzlich zu diesen Einzelbeispielen erstarken rechtspopulistische und faschistische Parteien und Bewegungen in ganz Europa. All dem gilt es etwas entgegenzusetzen! Denn das Problem ist grundlegender. Diese Beispiele sind eben keine vereinzelten Phänomene, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse, in denen es in weiten Teilen einen gefestigten reaktionären Konsens gibt. In diesem spiegeln sich rechte Antworten auf die Kapitalismuskrise wieder; diese propagieren eine „Rückbesinnung“ auf vermeintlich stabile gesellschaftliche Institutionen wie die bürgerliche Kleinfamilie, Nationalstaat und Volksgemeinschaft. Solche regressiven und reaktionären Positionen sind längst in der Mitte der Gesellschaft salonfähig geworden und erscheinen somit legitim und gesellschaftlich akzeptabel. Sie sind jedoch zugleich anschlussfähiger Bestandteil rechter, menschenfeindlicher Ideologien und Praktiken. Diesen reaktionären Konsens gilt es zu brechen! Für eine solidarische und emanzipatorische Gesellschaft!

Alternative für Deutschland? Nie wieder Deutschland! –

Spätestens seit der letzten Bundestagswahl, bei der die AfD knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist, kommt mensch nicht umhin, sich mit der Partei „Alternative für Deutschland“ zu beschäftigen. Noch ist es wohl zu früh über Erfolg oder Scheitern der AfD zu urteilen. Für uns ist entscheidend, wofür diese neue Partei steht. Mit dem konservativen Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke an der Spitze wird über den Austritt aus dem Euro und „Multikultiumerziehung“ schwadroniert. Die AfD beansprucht für sich den Willen des „Volkes“ zum Ausdruck zu bringen und skandiert in populistischer Art den „Mut zur Wahrheit“. Damit appelliert die AfD an die rechten Ressentiments und den reaktionären Konsens in der Gesellschaft. In Bezug auf das, was die AfD als „Volkswillen“ und vermeintlichen Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise für die BRD darlegt- wie beispielsweise den Austritt aus der EU und somit die Abgrenzung von den „Pleitegriechen“ und den „faulen Südländern“– wird deutlich, wie solche Strategien mit völkischer Ideologie unterfüttert sind. So sagte die Europawahl-Kandidatin der AfD, Beatrix von Storch, kürzlich: „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.“ Ein solcher rassistischer Ausbruch ist kein Einzelfall und anschlussfähig für den deutschen Mob und die Nazis, die zurzeit in der ganzen BRD gegen Asylsuchendenheime hetzen. Während die rassistische Hetze der AfD hauptsächlich auf kulturalistischen und wirtschaftlichen Argumentationen beruht, ist sie doch nah am völkischen Rassismus der Neonazis. So möchte die AfD die vermeintliche „Einwanderung in die Sozialsysteme“ stoppen und während die NPD selbiges gegen die „Asylflut“ fordert, verkündet die CSU: „Wer betrügt, der fliegt“. So ist die Verpackung der entscheidende Unterschied, doch egal unter welchem Label: Das Problem heißt Rassismus!

Die AfD hat in wertkonservativer Manier der heterosexuellen Kleinfamilie eine zentrale Bedeutung in ihrem Parteiprogramm beigemessen. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sowie unterschiedlichste Familienkonstellationen passen in dieses Weltbild nicht hinein. Bei den homophoben Demos in Stuttgart gegen den neuen Bildungsplan – unter dem Motto »Elternrecht wahren – gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder per Bildungsplan“ – reihte sich die AfD, mit einem Redebeitrag von Anna Schupeck (AfD) und einer starken Präsenz, ein. Die Jugendorganisation der AfD, die „Junge Alternative für Deutschland“, profilierte sich zuletzt mit einer antifeministischen Kampagne(„Ich bin kein/e Feminist/in, weil…“). Per Facebook wurde gegen „Genderwahn“ gewettert und tradierten Geschlechterrollen gehuldigt. Diese reaktionäre Kampagne diffamiert den Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter und unterschiedlichster sexueller Identitäten. Zudem ist auch diese Geschmacklosigkeit direkt anschlussfähig für Neonazis, die die Aktion erfreut aufgriffen und weiterverbreiteten. Gegen Sexismus, Homophobie und Antifeminismus!

Forciert durch Bernd Lucke versucht sich die AfD als eine Partei darzustellen, die „weder rechts noch links“ sei. Die „Alternative für Deutschland“ ist keine klassische Nazipartei, doch sie ist Ausdruck und gleichzeitig Katalysator eines reaktionären gesellschaftlichen Konsenses. Durch die rechten Krisendeutungen und die damit verbundenen nationalistischen, rassistischen und antifeministischen Positionen fühlen sich sowohl Nazi als auch Wertkonservative in der Partei wohl.

Dieser rückschrittlichen Politik setzen wir eine radikale Kritik an Nation, Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen entgegen. Denn eine Antwort auf die wirtschaftlichen Krisen ist für uns weder der Rückzug in Nation und Familie, noch ein besser funktionierender Kapitalismus, sondern die Überwindung eben jener Verhältnisse.

Aktuelle Infos unter: http://antifa.blockupy.org/

Die nächsten Termine der AfD:
15.05. / 19:00 / Saalbau Gallus
16.05. / 15:00 / Hauptwache
16.05. / 17:30 / Dietzenbach
16.05. / 19:00 / Stadthalle Hofheim
17.05. / 11:00 / Biebergasse
17.05. / 11:00 / Gießen
17.05. / 16:00 / Korbach

Demo am 22.02.2014: »Rassismus tötet!«

Rassismus tötet!-Banner

Beginn: 22.02.2014 / 15:00 Uhr / Bahnhof Friedensdorf

Info- & Mobiseite

Im be­schau­li­chen Städt­chen Daut­phe­tal bei Mar­burg wurde am 18.​02.​2008 ein Haus von Neo­na­zis an­ge­zün­det. Be­reits nach­mit­tags, Stun­den vor der ei­gent­li­chen Tat, schmier­ten die un­be­kann­ten Täter das Wort „Hass“, die SS Buch­sta­ben im Stil von Sigru­nen, mit Sprüh­far­be an die Tür der be­trof­fe­nen Fa­mi­lie mit tür­ki­schem Hin­ter­grund. Be­reits zu die­sem Zeit­punkt hätte Schlim­me­res ver­hin­dert wer­den kön­nen, hätte die her­bei­ge­ru­fe­ne Po­li­zei den ex­trem rech­ten Farb­an­schlag ernst­ge­nom­men. Aber das Ge­gen­teil war der Fall, sie tat, was sie immer tut: Be­schwich­ti­gen, be­ru­hi­gen und let­zend­lich igno­rie­ren.

Stun­den spä­ter brann­te der Hol­zan­bau des Ein­fa­mi­li­en­hau­ses lich­ter­loh. Die Be­woh­ner_In­nen konn­ten noch zwei Män­ner be­ob­ach­ten, die da­von­rann­ten und Na­zi­pa­ro­len rie­fen. Der Brand wurde glück­li­cher­wei­se schnell ge­löscht, nie­mand muss­te den An­schlag mit sei­nem Leben oder kör­per­li­cher Ver­sehrt­heit be­zah­len. Eine Woche spä­ter ließ die Po­li­zei Mar­burg-​Bie­den­kopf ver­lau­ten, es gäbe keine Ver­dachts­mo­men­te – die Er­mitt­lun­gen gegen die un­be­kann­ten Neo­na­zis ver­lie­fen im Sande. Wei­te­re Wo­chen nach der Tat er­hielt die Fa­mi­lie, deren Haus an­ge­zün­det wurde, einen Brief mit Zei­tungs­aus­schnit­ten des Brand­an­schla­ges – und drei bei­lie­gen­de Streich­höl­zer.

Der Fall reiht sich in Hes­sen ein: Eben­falls 2008 schlug im Schwalm Eder Kreis ein Neo­na­zi ein 14-​jäh­ri­ges Mäd­chen bei einem nächt­li­chen Über­fall auf ein Zelt­la­ger mit einem Klappspa­ten in die In­ten­siv­sta­ti­on. 2008 wur­den ver­meint­li­che Linke im nahen Goß­fel­den bru­tal zu­sam­men­ge­schla­gen. 2010 ver­üb­ten Neo­na­zis in Wetz­lar einen Brand­an­schlag mit Mo­lo­tow­cock­tail auf das Haus eines Na­zi­geg­ners. Seit 2012 ist im nahen Lum­da­tal eine Na­zi­cli­que aktiv, zu­letzt gin­gen sie mit Elek­tro­scho­ckern und Zaun­lat­ten auf Pas­san­ten los.

Mit dem jüngs­ten An­griff auf eine Asyl­su­chen­den­un­ter­kunft in Woh­ra­tal wird die Kon­ti­nui­tät ras­sis­ti­scher Über­grif­fe of­fen­sicht­lich. In der Nacht zum 12.​01. 2014 ver­wüs­te­ten vier Män­ner aus Wohra und Kirch­hain das Haus, zer­stör­ten Fens­ter, Türen und Roll­lä­den, be­droh­ten und be­schimpf­ten die Be­woh­ner_in­nen. Ob­wohl die Ran­da­le über eine halbe Stun­de dau­er­te, traf die Po­li­zei trotz un­mit­tel­bar nach Be­ginn des An­grif­fes ab­ge­setz­ten Not­ru­fes erst we­sent­lich spä­ter ein – spä­ter strei­tet sie den ras­sis­ti­schen Cha­rak­ter des Über­grif­fes ab.

Fakt ist: Nazis mor­den. Und das nicht erst seit dem Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU). Seit 1990 wur­den 180 Men­schen von Nazis in der BRD er­mor­det. Ob sie Leute zu­sam­men­schla­gen, aus der S-​Bahn wer­fen, er­ste­chen, ent­füh­ren oder eben ihr Haus an­zün­den, bleibt in der Be­grün­dung gleich. Der Grund­pfei­ler der Ideo­lo­gie der Neo­na­zis ist die Ein­tei­lung von Men­schen nach ras­sis­ti­schen und chau­vi­nis­ti­schen Ka­te­go­ri­en. Die Folge hier­von ist un­wei­ger­lich die Dis­kri­mi­nie­rung und letzt­end­lich die Ver­nich­tung der durch die­ses Ge­dan­ken­gut als min­der­wer­tig an­ge­se­he­nen Men­schen.

Je­doch bleibt die Frage nach den Ur­sa­chen rech­ter Ge­walt in der Dis­kus­si­on um Rechts­ter­ro­ri­mus und Stie­fel­na­zis meist außen vor. Nazis ent­ste­hen nicht im luft­lee­ren Raum, son­dern fin­den eine Ge­sell­schaft vor, die eine sol­che Ideo­lo­gie erst er­mög­licht. Das Zei­gen auf den ver­meint­lich glatz­köp­fi­gen rech­ten Rand ver­kennt al­ler­dings die tiefe Ver­an­ker­ung men­schen­ver­ach­ten­der Ideo­lo­gi­en wie Ras­sis­mus, Se­xis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus sowie wei­te­re For­men von Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung in der Ge­samt­ge­sell­schaft. Die ras­sis­ti­schen Pro­tes­te gegen Asyl­su­chen­den-​Un­ter­künf­te, die Stig­ma­ti­sie­rung von Ro­m_­ni­ja, die deut­sche Ab­schie­be­pra­xis oder die The­sen Thilo Sar­ra­zins sind keine Kin­der ex­trem rech­ter Ideo­lo­gi­en, son­dern die der bür­ger­li­chen Mitte. In der Groß­stadt, auf dem Dorf, im Osten wie im Wes­ten gilt: Mi­gran­t_in­nen er­fah­ren Ras­sis­mus in ers­ter Linie nicht durch Nazis, son­dern von den Nach­barn, von der Che­fin oder den Kol­le­g_in­nen sowie auf der Aus­län­der­be­hör­de.

Brand­an­schlä­ge wie jener von 2008 in Daut­phe­tal sind dabei die Spit­ze eines be­kämp­fens­wer­ten Eis­ber­ges. Rech­ter Ge­walt muss ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den – mit allen Mit­teln! Ob dafür die ört­li­che Na­zi­cli­que be­kämpft, all­täg­li­cher Ras­sis­mus in Deutsch­land the­ma­ti­siert oder dem rech­ten Nach­barn Wi­der­wort ge­ge­ben wird, vor allem eines darf man nicht: Rech­te Ge­walt und deren Opfer ver­ges­sen! Am 22.2. soll mit einer De­mons­tra­ti­on durch Daut­phe­tal das Be­wusst­sein dafür wach­ge­hal­ten wer­den, dass Neo­na­zi­ge­walt und Ras­sis­mus all­täg­lich sind – auch in Mar­burg – Bie­den­kopf.

Für das Ende des all­täg­li­chen Na­zi­ter­rors!

Gegen die ras­sis­ti­schen Zu­stän­de – ob Aus­län­der­be­hör­de oder Na­zi­cli­que!

Für einen kon­se­quen­ten An­ti­fa­schis­mus, der alle Teile der Ge­sell­schaft in die Kri­tik ein­be­zieht!

Der an­ti­fa­schis­ti­sche Selbst­schutz muss or­ga­ni­siert wer­den!
Start Time: 15:00
Date: 2014-02-22